Englisch nebenbei

Die Macht von Medien in Bezug auf Fremdsprachenunterricht, vor allem in Englisch, wird massiv unterschätzt. Man nehme zum Beispiel meinen 13-jährigen Cousin, der sich durch Videospiele, Filme und 9gag einen Wortschatz aufgebaut hat, der in derselben Altersgruppe seinesgleichen sucht. Oder meine Nachhilfeschülerin Lina, die ihre Hemmungen vor englischen Formulierungen durch die Serie „Orange ist the new Black“ besiegt hat, sich jetzt beim Bilden von Sätzen viel leichter tut und sich mittlerweile gar nicht mehr vorstellen kann, nicht in der Originalsprache weiter zu schauen: „Irgendwann fällt einem gar nicht mehr auf, dass das kein Deutsch ist, man versteht trotzdem alles. Außerdem höre ich gerne die Stimmen der Schauspieler, nicht nur der Synchronsprecher.“

TV-Shows, Videospiele, Sportübertragungen, Lieder, lustige Sketches, Youtube-Channels oder ganze Filme…das einfach alles auf Englisch und eventuell mit Untertiteln zu genießen, vielleicht sogar die Sprache des Smartphones oder des Computers umzuändern und so nebenbei einfach Vokabeln zu lernen – es kann so einfach sein, wenn man sich nicht von Beginn an nur bemüht, die Grammatik und Formulierungshilfen starr zu verinnerlichen, sondern lernt, den „Flow“ einer Sprache aufzunehmen, sich darauf einzulassen und dabei gar nicht zu merken, dass man eigentlich gerade etwas lernt.

 

Eure Stephanie Gaberle,

Nachhilfelehrerin für Englisch, Deutsch und Latein.

 

 

0 Kommentare

Zeitmanagement (Teil 1)

Früh genug mit dem Lernen zu beginnen, Termine auszumachen, sie zu verinnerlichen und vor allem auch einzuhalten ist eine hohe Kunst, in der sich nicht viele als Expert_innen bezeichnen können. Zeitmanagement ist in dieser hektischen, bunten Welt ein notwendiges Übel, mit dem man sich jetzt gleich noch viel genauer beschäftigen kann, als man es eigentlich müsste.

Wenn man also nun ein Nachhilfeinstitut aufsucht, sei es ob als Kundschaft, als Teil des Teams oder als Schüler_in, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es nötig sein wird, die vereinbarten Termine auch einzuhalten und Erfolge nur sichtbar machen zu können, indem man auch körperlich anwesend ist. Evelyn, die Leiterin unseres Institutsbüros kann davon nur ein Lied singen – vor allem, wenn Sonderwünsche erfüllt werden müssen – sei es von Seiten des Lehrkörpers oder von Eltern und Schüler_innen. Termine immer und immer wieder zu verschieben und dabei zu hoffen, dass alle Beteiligten zufrieden aussteigen, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Ich nehme mich ja selbst nicht davon aus, dass ich manchmal Probleme damit habe, pünktlich zu sein, aber zumindest gebe ich mir große Mühe, niemanden sitzen zu lassen. Man nehme diesen kurzen Text nun denn als kleinen Anstoß, sich in dieser Hinsicht etwas mehr zu engagieren, um viel Stress, Unmut und wartende Menschen zu vermeiden. Vor allem, wenn ihnen dabei richtig langweilig wird und sie in der Zwischenzeit einen Blogeintrag zu dem Thema schreiben, lieber Mitbewohner. Ah, da ist er ja schon.

 

Eure Stephanie Gaberle,

Nachhilfelehrerin für Englisch, Deutsch und Latein.

 

 

0 Kommentare

9 Fragen an..

...Evelyn, unsere gute Fee im Institut, die offiziell zuständig für gute Laune zu sein scheint und einen stets mit einem ehrlichen, freundlichen Lächeln begrüßt – da können Uhrzeit, Wochentag, Wetterlage und meine Augenringe noch so abwegig arg sein.

Gleich im Vorhinein möchte ich mich dafür bedanken, dass sie sich Zeit für die Beantwortung dieser hochbrisanten Fragen genommen hat und es immer schafft, potentielle Organisationstalente, seien es Schüler_innen oder Lehrer_innen (ich nehme mich da definitiv nicht aus) mit sympathischer Leichtigkeit und einer Tasse dampfenden Kaffee wieder auf den richtigen Weg zu geleiten. Bitte unbedingt so weitermachen! :)

 

1) Wie würdest du deinen Job betiteln, wenn du dir das selbst aussuchen könntest?
Büroleitung gefällt mir gut, das steht auch auf meiner Bürotür! J

2) Was ist das Geheimnis eines guten Nachhilfeinstituts?
Gute LehrerInnen! LehrerInnen, die sich um ihre Schützlinge bemühen und sie als Individuen fördern und fordern. Solche LehrerInnen haben wir bei Easy Success.

3) Wie verschönerst du dir akut deinen Arbeitstag, falls es einmal stressig wird?
Eindeutig: Ich koche für uns Kaffee! Der wird dann, je nachdem, ob Zeit ist, gemeinsam getrunken. Das hilft immer, um kurz durchzuatmen und wieder mit voller Energie weiterzuarbeiten.

4) Was gefällt dir am meisten an deiner Arbeit?

Es gefällt mir, wenn alles nach Plan läuft und alle zufrieden sind – wenn eine organisatorische Herausforderung gemeistert werden konnte. Ich mag unsere LehrerInnen; ich mag das kollegiale Miteinander; ich mag, wie sie mit den SchülerInnen umgehen und versuchen, allen das Beste mitzugeben; ich mag, wie sie sich freuen, wenn SchülerInnen Fortschritte machen und auch ich freue mich, wenn jemandem geholfen werden konnte.

5) Was war das Lustigste, das dir bis jetzt während deiner Arbeit passiert ist?

Es gibt jeden Tag lustige Situationen, die mich zum Lachen bringen. Eine Situation war besonders witzig für mich, nämlich als Anne, unsere Latein-Lehrerin, einmal sagte, bei Französisch würde es sich um parfümiertes Provinzlatein handeln. Clarissa, unsere Französisch-Lehrerin, fand das nicht sooo witzig, aber ich habe wirklich lachen müssen! Natürlich war es nur ein Scherz, um sich gegenseitig ein wenig zu necken!

6) Wie oft musst du Leute darauf hinweisen, Hausschuhe zu tragen?
Selten. Die meisten lesen das Schild und halten sich daran. Wenn, dann muss ich es den Neuen sagen.

7) Was findest du an deinem Job herausfordernd und warum?

Herausfordernd ist es, alles so zu organisieren, dass alle zufrieden sind (Wunschtag, Wunschuhrzeit, WunschlehrerIn) Ich kann nicht immer alle Wünsche erfüllen, aber ich bemühe mich sehr!

8) Hattest du selbst schon einmal Nachhilfe?
Ja, in der Unterstufe in Mathematik. Da war ich in einer Gruppe von 5 oder 6 anderen, die alle in unterschiedlichen Schulstufen waren. Das war nicht wirklich zielführend!

9) Beschreibe bitte deinen Arbeitsalltag mit 3 Worten.

Lachen, Kaffee, Miteinander

 

 

0 Kommentare

Einheitsbrei Erörterung?

Eine leidige, aber dennoch hochinteressante Materie, mit der man im Deutsch-Nachhilfeunterricht recht häufig konfrontiert wird, ist das der „Textsorten“, im Speziellen „die Erörterung“ und es gibt eine Frage, die ich mir heute gemeinsam mit meinem Nachhilfeschüler Petar stellte und seine Antwort darauf sehr unterhaltsam fand. Man setze die Aluhüte auf – spekulative Verschwörungstheorien are coming.

Bei der Auswahl von Themengebieten für eine Erörterung kann man sich durch einen mittlerweile 70x wiedergekäuten, dickflüssigen Brei aus „Globalisierung“, den „Einflüssen von sozialen Medien“ und „Handys im Unterricht“ wühlen. Petars Ansatz war nun: „Sind die Leute, die sich die Themen ausdenken, eigentlich alle alt und wissen nichts darüber?“  Anders formuliert: Sind das alles Inhalte, vor denen die Verantwortlichen in der Themenfindung Angst haben?“  

Werden die Jugendlichen in der Schule quasi als Sprachrohr für Informationen benutzt, da ihre Meinung in Zukunft relevant sein wird und das Weltbild nachhaltig prägt? Zumindest wäre es für Petar und mich ein spannenderes Motiv als reine fehlende Kreativität oder Denkfaulheit, die uns Jahr für Jahr dieselben Themengebiete offeriert. Darauf, inwieweit die Argumentationsbasis unserer Schüler_innen dann verwertbar und moralisch vertretbar ist, geben wir allerdings keine Garantie, liebes Bifie.

 

Eure Stephanie Gaberle,

Nachhilfelehrerin für Englisch, Deutsch und Latein.

 

 

0 Kommentare

Das Belohnungsprinzip (Teil 2)

Das letzte Mal bin ich vom ursprünglichen Thema „Belohnungsprinzip“ etwas abgeschweift und schließlich in der Analyse von Tierversuchen gelandet. Die Kernaussage meines beschriebenen Experiments mit den Ratten war allerdings nicht, dass wir jetzt alle Elektroden in unserem Gehirn platzieren sollten, um Glücksgefühle jederzeit hervorrufen zu können, sondern dass Ratten das Gefühl der Belohnung dem der Sättigung vorzogen.

 

Beim Belohnen mit Süßigkeiten geht es nicht darum, enormen Hunger zu stillen oder sich danach satt zu fühlen – es geht nicht einmal um den Zucker. Es geht darum, die Glücks- und Belohnungshormone in unserem Gehirn auszuschütten. Serotonin, Dopamin – ForscherInnen fanden heraus, dass Schokolade Endorphine aus unserer Hirnanhangdrüse strömen lässt. In Kombination mit einer gemeisterten Aufgabe und einem Lob kann das nach wahre Motivationsschübe auslösen. Das kann ich empirisch belegen. Damit ist jetzt nicht gemeint, bei der Nachhilfe jedes Mal eine 300g-Tafel an die wissenshungrige Meute zu verfüttern, sondern einen kleinen positiven Anstoß zu geben.

Wehrt man sich gegen Süßigkeiten als Belohnungsform, kann man natürlich auch auf andere Dinge, die den SchülerInnen zusagen, zurückgreifen – meiner Erfahrung nach hilft ein Bissen von einem Apfel allerdings nicht so gut, wie ein kleines Stück Schokolade.

 

Eure Stephanie Gaberle,

Nachhilfelehrerin für Englisch, Deutsch und Latein.

 

 

0 Kommentare

Das Belohnungsprinzip (Teil 1)

Eine Sache, die einem in unserem Institut sofort auffällt, sind die Gläser mit den bunten Süßigkeiten darin. Meistens sind es klassische Fruchtbonbons, hin und wieder (und darüber freue ich mich dann sehr) kann man auch etwas Schokoladiges oder gar Toffeeähnliches darin finden.

Die Verwendung besagter Behältnisse ist ein schmaler Grat zwischen Gier und zu viel Respekt davor – dieser nennt sich „Belohnungsprinzip“. Wie funktioniert das also?

 

Hat man in seinem Alltag, sei es in der Schule oder in der Arbeit, etwas geleistet und bekommt dafür Anerkennung, Lob oder gar eine materielle Belohnung, werden Glückshormone ausgeschüttet. Man ist stolz auf seine eigenen Leistungen und wird sich in Zukunft bemühen, dieses Gefühl öfter hervorzurufen. Jede Art von Belohnung und sei sie noch so klein, kann dies bewerkstelligen.

Forscher fanden zum Beispiel heraus, dass Ratten, wenn eine Elektrode im Glückszentrum ihres Hirns platziert wurde, sich eher dafür entschieden, dieses positive Gefühl abzurufen anstatt zum Beispiel zu fressen. Die Ratten drückten unermüdlich auf einen Knopf, der in ihnen diese Freude hervorrief – bis sie kurz vorm Verhungern waren.

Das klingt alles etwas düster, hat aber einen positiven Effekt auf unser Unterrichtsverhalten – mehr dazu beim nächsten Mal.

 

 

Eure Stephanie Gaberle, Nachhilfelehrerin für Englisch, Deutsch und Latein

0 Kommentare